Rohde & Schwarz und Huawei führen im Feldtest präzise Latenzmessungen für die 5G-V2X-Kommunikation durch

URLLC wird in Zukunft das autonome Fahren ermöglichen.

URLLC wird in Zukunft das autonome Fahren ermöglichen.

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Rohde & Schwarzund Huawei haben in Feldtests in München und Shanghai erfolgreich 5G-V2X-Latenzmessungen für Fahrzeuganwendungen durchgeführt. Die ersten Messungen haben gezeigt, dass es möglich ist, in einem 5G-Netzwerk minimale Verzögerungen im Millisekundenbereich zu erreichen. Damit zeigt sich die 5G-Technologie auch bei der Latenz der LTE-Technologie überlegen.

Eines der wichtigsten Einsatzfelder von 5G ist die hochzuverlässige Kommunikation mit niedriger Latenz (Ultra-Reliable Low Latency Communication, URLLC). URLLC spielt für fortgeschrittene Anwendungen bei der V2X-Kommunikation (Vehicle to Everything) eine wichtige Rolle und wird in Zukunft das autonome Fahren ermöglichen. Im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts haben Huawei undRohde & Schwarzein präzises End-to-End-Laufzeitmesssystem bei Feldtests eingesetzt. Für den konkreten Anwendungsfall des kooperativen Fahrens wurden Over-the-Air-IP-Übertragungen bei der 5G-V2X-Kommunikation im fahrenden Auto untersucht. Es konnte eine Messgenauigkeit von unter2 µsfür jedes übertragene IP-Paket erreicht werden. Die übertragenen Daten umfassten verschiedene IP-Datenströme einschließlich Video-, LIDAR- und Steuerdaten (ITS-Nachrichten) für ein ferngesteuertes Fahrzeug. Die Genauigkeit der Absolutzeiten auf beiden Seiten wurde mit Hilfe zweier unabhängiger GPS-Empfänger sichergestellt.

Während es bei dem Versuch in München um die Fahrzeug-Fernsteuerung ging, betrafen die Tests auf dem Testareal in Shanghai die V2X-Kommunikation für das sogenannte Platooning – dabei werden mehrere Fahrzeuge, die per Funkkommunikation vernetzt sind, im Verbund bewegt. Die Messung der Übertragungslaufzeit von der Quelle über die Luftschnittstelle bis zu einem (beweglichen) Empfänger (Senke) muss alle Laufzeiten eines IP-Pakets mit einschließen – die Verzögerung durch den Funksender, die Ausbreitungsverzögerung und die Verzögerung durch den Funkempfänger.

Da die Latenz einer der wichtigsten Leistungsindikatoren für 5G und für Sicherheitsanwendungen kritisch ist, könnten solche Messungen zu einem wichtigen Kriterium für zukünftige Zertifizierungstests werden.

Andreas Pauly, Leiter des Geschäftsbereichs Messtechnik beiRohde & Schwarz, erklärt: „Wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit Huawei und die Chance, unser Messtechnik-Know-how in die Entwicklung der 5G-Technologie einzubringen. Dank der starken globalen Präsenz im Ökosystem Telekommunikation und engen Partnerschaften mit anderen Branchenakteuren istRohde & Schwarzoptimal aufgestellt, um neue Anwendungsgebiete im Automobilbereich mit innovativen Messlösungen zu erschließen.“

Veröffentlicht am: 5. Dezember 2018
Kategorie: Kommunikation